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Vertrauensarbeitszeit oder lückenlose Erfassung

Vertrauensarbeitszeit oder lückenlose Erfassung

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat es im Mai ganz klar gesagt: Es muss die gesamte Arbeitszeit erfasst werden. Bisher war es ausreichend, nur die Überstunden zu dokumentieren. Noch ist nicht geklärt, wie genau das Gesetz in Deutschland umgesetzt werden wird. Sicher ist aber, dass sich Arbeitgeber schon jetzt darüber Gedanken machen sollten, wie sie Arbeitszeit künftig erfassen wollen. Der EuGH gibt vor, dass die Erfassung „objektiv, verlässlich und zugänglich“ stattfinden muss.

Welche Formen der Zeiterfassung gibt es?
Wie die Zeit erfasst werden soll, gibt der EuGH jedoch nicht vor. Hier gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten:

  • Ganz klassisch: die Stechuhr. Sie gibt es noch in vielen Branchen, und sie ist ein verlässlicher Zeitmesser – auch wenn nicht mehr so wie früher wirklich gestempelt wird.
  • An Computerarbeitsplätzen und anderen Maschinen kann die Arbeitszeit auch über den Computer dokumentiert werden. Hier ist es sogar möglich, dass der Betriebsrat den Computer automatisch ausschalten lässt, damit die Arbeitnehmer nicht zu viel arbeiten. Eine solche Software ist auch für Mitarbeiter im Homeoffice denkbar.
  • Schwieriger wird es bei Arbeitnehmern im Außendienst: Sie könnten aber theoretisch mit einer Zeiterfassungs-App auf dem Handy arbeiten – oder die Zeit einfach händisch in einem vorgefertigten Formular erfassen.

 

Gibt es 100 Prozent Sicherheit?
Klar ist allerdings auch: Im Prinzip lässt sich nahezu jedes System austricksen – wenn der Mitarbeiter das möchte. Zwar ist das Gesetz eigentlich gemacht, um die Gesundheit der Arbeitnehmer zu schützen, doch gerade jüngere Leute, die möglicherweise noch keinen unbefristeten Vertrag haben, tun oft eine Menge, um einen guten Eindruck zu hinterlassen – beispielsweise deutlich länger arbeiten, als das Gesetz vorsieht. Wer vergisst, die Arbeitszeit korrekt aufzuschreiben, wer die App zu spät startet oder sich falls möglich später ein- und früher ausstempelt, der wird trotz aller gesetzlichen Vorgaben mehr arbeiten, als er sollte. Letztlich liegt es in den Händen des Arbeitgebers, ein solches Verhalten nicht zu fördern.

 

Und was ist mit Vertrauensarbeitszeit?
Bei einer kompletten Arbeitszeiterfassung fällt nicht nur auf, wenn Mitarbeiter viel zu viel arbeiten – sondern auch, wenn sie jeden Tag eine halbe Stunde früher nach Hause gehen oder Ähnliches. Das dürfte der Vorteil für Arbeitgeber sein. Trotzdem können Vorgesetzte ihre Mitarbeiter eben auch bitten, die Arbeitszeit selbst per App oder handschriftlich zu erfassen. Damit einher geht allerdings auch die Möglichkeit, nicht ganz bei der Wahrheit zu bleiben.

Was die EU-Arbeitszeitrichtlinie vorgibt
Grundsätzlich ist in der EU-Arbeitszeitrichtlinie die Höchstarbeitszeit pro Woche inklusive Überstunden auf 48 Stunden festgelegt. Außerdem gibt es eine Mindestruhezeit von elf Stunden. Fraglich ist, wie Arbeitgeber damit umgehen werden, wenn sie beispielsweise um 21.30 Uhr von einem Mitarbeiter noch eine E-Mail von zu Hause aus über das Smartphone geschickt bekommen, er aber am nächsten Morgen um 7.30 Uhr schon wieder im Büro ist. Dann hat dieser Mitarbeiter eigentlich nur zehn Stunden Ruhezeit am Stück verbracht. Es gibt Firmen, die beispielsweise den E-Mail-Zugang am Feierabend sperren. Außerdem sind pro Woche 24 Stunden Mindestruhezeit am Stück vorgesehen – in sehr vielen Branchen wird das der Sonntag sein.Fazit
Sie sollten sich auf jeden Fall juristischen Rat holen und prüfen lassen, ob Sie bisher die Arbeitszeit richtig erfasst haben. Ist das nicht der Fall, sollten Sie sich beraten lassen, welche Form der Arbeitszeiterfassung in Ihrem Betrieb möglich und sinnvoll ist.

 

 

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